Kunststoff goes Future: Bildungsdialog in der Lipperlandhalle beschäftigt sich mit Zukunftsthemen

v.l.n.r.: Achim Gerling (Projektleitung KungFu), Henrik Fischer (Azubi Coko-Werk), Markus Rempe (Vorstandsvorsitzender Lippe Bildung eG), Dr. Axel Lehmann (Landrat des Kreises Lippe), Maurice Lepa (Azubi Eifler Kunststoff-Technik), Jimmy Klassen (Azubi PLANTAG Coatings), Benjamin Schneider (Azubi BE Bauelemente) Foto: Kreis Lippe, Malin Stuckmann

Den Herausforderungen der Digitalisierung jetzt begegnen: Darum geht es bei dem Projekt „KungFu – Kunststoff goes Future“, das sich dem Thema „Bildung 4.0“ angenommen hat und sich auf die Kunststoffbranche in Ostwestfalen-Lippe konzentriert. Nun fand als Auftaktveranstaltung ein Bildungsdialog für „KungFu“ in der Lipperlandhalle in Lemgo statt. Gut 150 Vertreter von Unternehmen, allgemeinbildenden Schulen, Berufskollegs, Hochschulen und Organisationen sowie interessierte Bürger nahmen an der Veranstaltung teil und tauschten sich rege über die digitale Zukunft der Ausbildung aus.

„Die Kunststoffindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, nicht nur für Lippe. Deshalb wollen wir jetzt investieren und mit dem JOBSTARTER plus-Projekt ‚KungFu‘ die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die künftigen Fachkräfte auf die Herausforderungen von Digitalisierung und Industrie 4.0 vorbereitet sind. Damit stärken wir Lippe auch als Bildungs- und Wirtschaftsstandort“, betonte Landrat Dr. Axel Lehmann bei der Eröffnung des Bildungsdialogs im Interview mit der Moderatorin Carmen Hentschel.

Nach einem Impulsvortrag von Julia André von der Körber Stiftung Hamburg wurde in der ersten Gesprächsrunde darüber diskutiert, Auszubildende früh in das Thema Digitalisierung einzubeziehen: Haben die jungen Leute das Potenzial, die Digitalisierung in den Betrieben mitzugestalten? Eindrucksvoll geschildert wurde das von dem Auszubildenden Benjamin Schneider der Firma BE Bauelemente, der zusammen mit den anderen Auszubildenden einen Webshop für Ersatzteile für die Firma aus Leopoldshöhe aufgebaut hat.

Zentraler Punkt des Bildungsdialogs war die Vorstellung der „KungFu“-Bedarfserhebung unter anderem durch Achim Gerling, Projektleiter von „KungFu“. Die Basis für die Erhebung bildete das Design Thinking-Prinzip: Anhand eines Methodenmixes, der beispielsweise aus Experteninterviews, Befragungen und Interpretationsworkshops mit Unternehmen, Ausbildern und Auszubildenden bestand, erarbeiteten die Teilnehmer insgesamt vier Thesen. Ein zentrales Ergebnis: Der Anteil digitaler Praktiken in der Ausbildung bleibt hinter den deutschlandweiten Anforderungen zurück, die der digitale Wandel erfordert. Daher ist eine zeitnahe Anpassung der Ausbildungsstrukturen vonnöten und Unternehmen müssen klare Digitalstrategien entwickeln. Zudem wurde deutlich, dass die Ideen und digitalen Kompetenzen der Auszubildenden und vor allem deren hohe Affinität zum Thema Digitalisierung noch viel stärker von den Unternehmen aufgegriffen werden sollten.

Eingeladen zu dem Bildungsdialog war außerdem Dr. Jens Stuhldreier vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Er leitet dort das Referat „Modernisierung der Arbeit“ und bekräftigte: „Wenn die Digitalisierung nicht den Weg in unsere kleinen und mittleren Unternehmen findet, werden wir schon in kurzer Zeit in einen harten Wettbewerbsdruck geraten. Neben der Technologie sind die Köpfe dabei unser großes Kapital. Ich freue mich, dass die Projektverantwortlichen die Bedeutung der beruflichen Ausbildung heute so deutlich dargestellt und erstmalig in NRW einen Nachwuchsbeirat Digitalisierung ins Leben gerufen haben.“

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Ausblick von Markus Rempe, Vorstandsvorsitzender der Lippe Bildung eG, der erklärte: „Was wir im Projekt ‚KungFu‘ tun, ist mehr als zu analysieren und Bedarfe zu erheben. Mit Digital-Mentoren, der Idee einer Lernkultur-Akademie bis hin zu teils digitalen Ausbildertouren beschreiten wir aktiv neue Wege. Von besonderer Bedeutung ist für uns dabei die Kooperation mit dem Verein Kunststoffe in OWL. Gemeinsam wollen wir ein umfassendes Ausbildungsmanagement für die Kunststoffwirtschaft erarbeiten und umsetzen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.